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Die erste Rezension über mein Buch „Zurück gelassen durch Suizid“ von Britta Wisniewski

Meine lieben Leserinnen und Leser,

Dass ich ein Buch geschrieben habe, wisst Ihr vielleicht bereits. Dieses Buch hat auch die Verlegerin vom Traumstunden Verlag in Essen gelesen. Sie schickte mir ihre Rezension, aufdass ich sie veröffentliche. Liebe Britta, ich danke Dir dafür!

 

Annette Meißner ist das, was man als „verwaiste Mutter“ bezeichnet.

Als ihr Sohn sich das Leben nimmt, bricht für die 1965 geborene Frau eine Welt zusammen. Doch sie gibt nicht auf. Von 2008 bis 2010 und darüber hinaus dauert ihr – ganz bewusst geführter – Kampf zurück ins Leben.

Als ich Annette vor einigen Wochen traf, stand vor mir ein optimistischer, fest im Leben stehender, positiv denkender Mensch. Ein Mensch, mit einer Kraft und Ausstrahlung, die ich, wenn ich ehrlich bin, nicht erwartet hätte. Denn immer auch ließ und lässt sie durchblicken, dass zwar ihr Sohn tot ist, nicht jedoch ihre Erinnerung an ihn.

Erinnerung, die helfen kann. Denn erinnert hat sie sich in ihrem Buch nicht nur an ihn – sondern vor allem an ihre Trauerarbeit. Im Grunde hat Annette Meißner diese Trauerarbeit beim Schreiben des Buches noch einmal leisten müssen, denn ihr Buch ist ein Ratgeber geworden.

„Zurück gelassen durch Suizid“ wendet sich nicht nur an verwaiste Eltern, sondern an alle Menschen, die mit dem plötzlichen und nicht selten unerwarteten Freitod eines Angehörigen, Partners oder Freundes fertig werden müssen. Denn im Gegensatz zu Unfalltoden oder Tod durch Krankheit oder Alter, haben „Suizidwaisen“ viele Punkte auf ihrer Liste, mit denen sie alleine stehen. Fragen nach dem Warum zum Beispiel – Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle. Dinge, die „neben“ der „normalen“ Trauer „abgearbeitet“ werden MÜSSEN, wenn jemals wieder ein normales Leben möglich sein soll.

Ich gestehe – ich hatte Angst vor diesem Buch! Nachdem der Tod meines Partners mich 20 Jahre meines Lebens gekostet hatte, war mir mulmig bei dem Gedanken daran, was ich wohl finden würde. Dementsprechend habe ich das Lesen vor mir hergeschoben.

Als ich aber dann endlich einmal damit anfing, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Und zwar aus einem einzigen Grund. Annette Meißner schreibt aus tiefster Seele – und allein deswegen mit der notwendigen Vorsicht und Sorgfalt im Umgang mit dem Leser. Das gesamte Buch ist behutsam in Worte gefasst – und die vertraute „Duzanrede“ lässt die Autorin schnell zu einer „Verbündeten“ werden, zu einer „Freundin“.

Man hat beim Lesen oft das Gefühl, sie sässe in unmittelbarer Nähe und würde aus ihrem Leben erzählen, wohl wissend, wie weh die Momente tun, in denen man dadurch erinnert wird. Doch das Lesen gibt Trost….

Ich möchte nicht zuviel aus dem Inhalt des Buches „verraten“ und zwar nicht, um die Spannung zu erhöhen, sondern weil man das nicht kann! Denn das Buch – sein Inhalt – werden für jeden Leser DAS bereit halten, was ER oder SIE davon anzunehmen bereit ist oder auch braucht. In sich schlüssige, abgeschlossene Kapitel, basierend auf Beispielszenen aus ihrer eigenen Trauerarbeit, machen es leicht, das Buch auch mal beiseite zu legen ohne „den Faden zu verlieren“ oder um auf bestimmte Kapitel noch einmal zurückzukommen – vielleicht weil sie in der eigenen Reihenfolge erst noch gar nicht dran waren.

GESCHRIEBEN wurde dieses Buch vor allem für Menschen, die einen geliebten Menschen durch Suizid verloren haben. Doch EMPFEHLEN würde ich dieses Buch JEDEM Menschen. Unabhängig davon, ob er betroffen ist oder nicht!

Suizid darf in unserer Gesellschaft kein Thema sein, über das nur „hinter vorgehaltener Hand“ gesprochen wird! Und Annette Meißner macht mit ihrem Buch einen wichtigen Schritt dazu, dass ein offenerer Umgang mit Suizidhinterbliebenen möglich ist!

Wenn ich an diesem Buch eines vermisst habe, dann das, was  – hoffentlich – den zweiten Teil ausmacht: Nämlich das, was im Anschluß an dieses Buch erst beginnt – und auch für Annette Meißner erst „danach“ begonnen hat: „Wege zurück ins Leben, Wege aus der Trauer“

Ich hoffe auf einen zweiten Teil!

Britta Wisniewski

Autor

Name: Annette Meissner

2 Gedanken zu “Die erste Rezension über mein Buch „Zurück gelassen durch Suizid“ von Britta Wisniewski

  • Danke für diesen Beitrag. Suizid bzw. Suizidalität ist wirklich ein großes Tabu-Thema, nach wie vor. Deshalb habe ich auf meinem Blog dieses Thema einmal aufgenommen:
    http://www.freiraum-der-blog.de/grenzueberschreitung/selbsttotung-suizid/

    Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Trauerarbeit. Auch zu diesem Thema gibt es einen Artikel von mir – und eine Buchempfehlung, die ich jederzeit wieder aussprechen würde, wenn ich es nicht schon getan hätte.

    Herzlichst
    Evelyn

    Antworten
    • Annette Meissner Autor

      Liebe Evelyn,

      Ich danke Dir für Deinen Kommentar und es ist wunderbar, dass auch Du Dich mit dem Thema Suizid auseinandersetzt.
      Mein Wunsch ist, dass das Tabuthema enttabuisiert wird, sodass es für uns Hinterbliebene ein Stück weit einfacher wird, wieder zurück ins Leben zu gelangen.
      Menschen wie Du können dazu beitragen und tun es auch.
      Gemeinsam sind wir stark.
      Vielen lieben Dank dafür,

      Ich schicke Dir viele liebe Grüße
      Annette

      Antworten

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